Die Ortenau hat alles zum Glücklichsein

10.03.2016 Mittelbadische Presse

Alles, was man für ein gutes und zufriedenes Leben braucht, hat die Ortenau zu bieten. Wer hier nicht glücklich wird, scheint selbst schuld zu sein. Von Renée Arnold. Geht es um die Lebenserwartung der Bevölkerung, so liegt Baden-Württemberg nach wie vor bundesweit an der Spitze. Aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes zufolge hat ein neugeborener Junge eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79,4 Jahren (Ortenau 79,2), ein Mädchen erreicht im Schnitt ein Alter von 83,9 Jahren (Ortenau 83,8). Sauberes Trinkwasser, reichliche und gesunde Nahrung sowie die gute medizinischen Versorgung sind wichtige Gründe. Auf der einen Seite, denn hinzu kommen laut Statistischem Landesamt das Bildungsniveau und das daraus resultierende Einkommen. Im »Ländle« scheint da alles zu stimmen. Glückspilze? Deshalb leben wir also lange. Doch sind wir dabei auch glücklich und zufrieden? Laut Glücksatlas der Deutschen Post auf jeden Fall, denn die Badener belegen bundesweit den zweiten Platz, die schwäbischen Nachbarn müssen sich mit Platz sieben zufrieden geben. Was hat nun Baden, was Württemberg nicht hat? Und was macht wirklich glücklich? Die Mittelbadische Presse ging der Sache auf den Grund. Gesund und zufrieden: Als Glück wird ein Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung empfunden. Oft wird der Glücksbegriff auch mit Zufriedenheit gleichgesetzt. Glück ist zudem eng mit dem Thema Gesundheit verbunden. »Glück wird nur derjenige als solches empfinden können, wenn er nicht eine schwere Erkrankung mit sich trägt und sorgenvoll in die Zukunft blicken muss«, sagt Frank Kölble, Kommunikationsleiter der AOK Südlicher Oberrhein. Der Vorsitzende der Kreisärzteschaft Ortenau, Ulrich Geiger, ist der Meinung, dass ein seelisch guter Zustand bei der Überwindung von körperlichen Einschränkungen und bei Genesungsprozessen helfen kann. Ulrich Geiger kennt auch die Gründe, warum Badener, insbesondere die Ortenauer, so glücklich sind: »Oft ist Glück mit einer hohen Lebensqualität, regionaler Schönheit, überdurchschnittlichem Einkommen sowie einer relativ niedrigen Arbeitslosenquote verbunden. Genau das finden wir in der Ortenau.« Hinzu komme die Attraktivität des Landstrichs mit Schwarzwald, Rheinebene und der Nähe zum Elsass. Im Sommer laden Gewässer zum Baden ein, in den Bergen wird gewandert und im Winter fährt man Ski. Auch für Feinschmecker und Weinliebhaber sei die Ortenau ein beliebtes Ausflugs- und Reiseziel. Sichere Arbeitsplätze: Doch die Ortenau kann noch mehr: »Der Kreis hat viele mittelständische, kerngesunde Unternehmen, die Arbeitslosigkeit ist gering«, sagt Ulrich Geiger. Eine angemessene Beschäftigung bedeute Sicherheit und decke damit eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Daher sei es nicht verwunderlich, dass die Menschen in der Ortenau mit ihrem Leben zufrieden sind. Ein weiteres Grundbedürfnis des Menschen ist die medizinische Versorgung. Sie könne im Kreis als gut bezeichnet werden, wenngleich es auf dem Land oft zu wenig Hausarztpraxen gebe. »Der Kreis ist sowohl bei der ambulanten als auch bei der stationären medizinischen Versorgung gut aufgestellt. Allerdings gibt es vereinzelt einen erheblichen Ärztemangel, da sich zu viele Studenten zu sehr spezialisieren«, resumiert Ulrich Geiger. Und wie steht's generell um die Gesundheit der Ortenauer? Geigers Erfahrung nach gibt es keine signifikanten Unterschiede zu anderen Kreisen. Die AOK Südlicher Oberrhein hat auf der Basis ihrer Versicherten den Krankenstand 2015 im Ortenaukreis genauer beleuchtet. Etwas mehr als die Hälfte aller Versicherten meldeten sich 2015 mindestens einmal krank. Im Durchschnitt verbrachte jeder Kranke circa 10,7 Tage zu Hause. In der Ortenau treten am häufigsten Erkrankungen der Atemwegsorgane auf, gefolgt von Erkrankungen der Muskeln, des Skeletts und des Verdauunessystems. Im Februar ist der Krankenstand am höchsten. im August am niedrigsten. Auch ganz normal. »Die Ortenau ist so aufgestellt, dass man hier sehr glücklich werden kann«, so das Fazit von Ulrich Geiger. Er selbst sei zufrieden mit seinem Leben, er habe den richtigen Beruf gewählt und lebe dafür.

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