Eine Million Euro für Start-Ing

21.05.2016 Mittelbadische Presse

Die Hochschule Offenburg erhält eine stattliche Finanzspritze vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg. Es gibt rund eine Million Euro, um das Einstiegssemester Start-Ing für weitere drei Jahre zu unterstützen. Das hat die Hochschule gestern mitgeteilt. VON UNSERER REDAKTION Offenburg. Seit 2011 bietet das Einstiegssemester Start-Ing der Hochschule Offenburg den jungen Leuten eine umfassende Studienfachorientierung an. Dieses kann allen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen der Hochschule vorgeschaltet werden und ermöglicht einen zeitlich entzerrten Einstieg ins Fachstudium. Wegen der großen Nachfrage wird dieses Einstiegssemester seit zwei Jahren sowohl im Sommer- als auch im Wintersemester angeboten. Das Angebot soll im Förderzeitraum inhaltlich ausgebaut werden. So soll etwa das Zulassungsverfahren differenzierter ausgestaltet werden, »um auch motivierten Studieninteressierten mit unkonventionellen Bildungsbiografien den Zugang zu einem Ingenieur-Studium zu ermöglichen«, sagen die Verantwortlichen. Als weitere Maßnahme ist eine Ausweitung des Curriculums vom bisherigen Kernbereich der Ingenieurwissenschaften auf die Informatik geplant. Schließlich sollen die Lernziele in den Bereichen Technik und Schlüsselkompetenzen im Sinn des sogenannten problembasierten Lernens effektiv miteinander verzahnt werden. »Auf jeden Fall ist durch die Fördermittel sichergestellt, dass das Einstiegssemester in den kommenden drei Jahren mit einem noch attraktiveren Programm junge Leute in der Studieneingangsphase unterstützt und damit ihre Aussicht auf Studienerfolg entscheidend verbessert«, erläutert Projektleiter Tobias Felhauer. Rektor Winfried Lieber, der das Modell vor sechs Jahren selbst konzipiert hat, sieht in der Weiterförderung des Projekts eine wichtige Bestätigung der bisher geleisteten Arbeit. »Das Start-Ing-Konzept fördert die unterschiedlichen Talente unserer Studienanfänger anstatt sie zu nivellieren«, so Lieber. Abbruchquote reduziert »Die umfassende Studienfachorientierung, die das Projekt bietet, erhöht nachweislich den Studienerfolg, das haben sowohl hochschulinterne Evaluationen wie auch eine unabhängige Wirkungsforschungsstudie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) im Auftrag des MWK belegt«, teilt die Hochschule mit. Die Abbruchquote habe sich bei den Start-Ing-Studierenden im weiteren Verlauf des Studiums um die Hälfte reduziert, nicht zuletzt aufgrund der Nachhaltigkeit der Studienfachentscheidung. Eine weitere Erkenntnis der Evaluationen sei, so die Hochschule, dass das Studienangebot besonders von Abiturienten allgemeinbildender Gymnasien mit einer überdurchschnittlich guten Abschlussnote nachgefragt wird. Bei dieser Zielgruppe sei das Problem der Studienfachorientierung besonders ausgeprägt. Auch der Anteil weiblicher Studierender sei bei »Start-Ing« häufig höher als bei den meisten anderen Ingenieur-Studiengängen. Das Projekt hat sich in den vergangenen fünf Jahren zu einem wichtigen Strukturelement der Hochschule entwickelt, für das sich nicht nur viele Studieninteressierte, sondern auch immer mehr Hochschulen und Universitäten weit über die Landesgrenzen hinaus interessieren. Im Jahr 2013 wurde es zudem vom VDMA, dem größten Industrieverband Deutschlands, ausgezeichnet.

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