Abschied von einem kreativen Netzwerker

2.07.2016 Mittelbadische Presse

Der Offenburger »Salmen« reichte fast nicht aus, um alle Besucher zu fassen: Die Entscheider der Ortenau - Unternehmer, Ausbilder, Lehrende und Politiker - waren gekommen, um Manfred Hammes persönlich zu danken. Nach mehr als zehn Jahren an der Spitze verabschiedete sich der Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau (WRO) in den Ruhestand. VON CHRISTINE MARKLEWITZ Offenburg. Nicht so kurz wie eine Liebeserklärung, nicht so lang wie eine Grabrede. Das hatte Manfred Hammes den Rednern ans Herz gelegt. So mussten sich Offenburgs OB Edith Schreiner, Vorsitzende des WRO -Aufsichtsrats, Nicolas Erdrich, Vorsitzender des WRO-Wirtschaftsbeirats und Geschäftsführer von Erdrich Umformtechnik in Renchen, Offenburgs Hochschulrektor Winfried Lieber und Amtsnachfolger Dominik Fehringer zeitlich ranhalten. Das WRO-Modell der engen Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Bürgern sei bundesweit einzigartig und finde viele Nachahmer, die beim Versuch, das Konzept zu kopieren, allerdings scheiterten. »So etwas muss wachsen und die richtige Mischung haben«, betonte Edith Schreiner. Und man müsse von der Idee überzeugt sein. Das sei Hammes stets gewesen: »Er war sich zum Klappern nie zu schade!« Zwischenzeitlich bitten jährlich acht bis zehn Firmen um Aufnahme. »Es fällt mir schwer, mir die WRO ohne Sie vorzustellen«, zollte Schreiner Respekt. Sie war froh, dass Hammes sich in der Pôle d'Emploi für französische Jugendliche einsetzen will. »Wenn Kreativität und Gestaltungswille zusammentreffen, kann Großes entstehen«, dankte Nicolas Erdrich. Zu Beginn der WRO-Arbeit sei oft die Sinnfrage gestellt worden, doch Hammes habe eine stabile Basis geschaffen. Die Entscheider der Region würden nun mit einer Stimme sprechen. Wie wichtig die Wirtschaftsregion als Partner für die Offenburger Hochschule ist, unterstrich Winfried Lieber. Denn diese könne nur so erfolgreich sein wie ihr Umfeld. Mit Hammes als Netzwerker und Innovationsförderer seien Anknüpfungspunkte gefunden worden, um die Arbeit auf beiden Seiten voranzutreiben. Als Manfred Hammes ans Rednerpult trat, war ihm die Wehmut anzusehen. Er gab das Lob der Redner postwendend an seine Mannschaft zurück. Nach einem Anruf des ehemaligen Landrats Klaus Brodbeck beim ehemaligen WRO-Chef Reinhart Köstlin habe sein Engagement vor mehr als einem Jahrzehnt begonnen. Nun nehme er vor vollem Saal Abschied, sagte Hammes. Die gewichtigsten Gründe zum Aufhören seien die Projekte, die er nun in Südfrankreich vorantreiben wolle. »Mir hat's Spaß gemacht bei der WRO«, zog Manfred Hammes persönliche Bilanz. Den scheidenden Geschäftsführer klatschten die Gäste noch zweimal begeistert auf die Bühne, bevor die »Desirée Lobé Band« die Regie übernahm. Eine Liebeserklärung Zum Abschluss gab es doch noch eine Liebeserklärung von Amtsnachfolger Dominik Fehringer. Er dankte Hammes für das Vertrauen und die Leidenschaft für die WRO. Hammes habe Themen gesetzt und sein Team motiviert. »Seine Tür stand immer offen. Für uns geht eine schöne Zeit zu Ende.« Und die Arbeit soll so vertrauensvoll weitergehen: »Die Tür wird ausgehängt«, kündigte Fehringer mit einem Augenzwinkern an.

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