WRO will neue Wege gehen

15.07.2016 Acher- und Bühler Bote

Offenburg. Offenburgs OB Edith Schreiner hat es jetzt im Hauptausschuss der Stadt deutlich gemacht: Die Wirtschaftsregion Ortenau (WRO) will neue Wege gehen - und zwar mit einer hauptamtlichen Kraft. Die soll vor allem die Rate der Existenzgründungen in der Ortenau verbessern. Belastbare Zahlen zu Unternehmensgründungen im Ortenaukreis mit Unterstützung der WRO respektive des Technologiepark Offenburg gibt es laut Wirtschaftsförderer Hans-Joachim Fomferra nicht. Im Technologiepark sei es in den vergangenen zwei Jahren zu vier bis fünf Unternehmensgründungen gekommen, dazu fünf bis zehn Gründungen außerhalb des Technologieparks, doch mit Beratung oder anderer Hilfestellung von dort. Dass es in der Ortenau nur zu wenigen Existenzgründungen durch junge Unternehmer kommt, sieht Fomferra in der wirtschaftlichen Lage in der Region begründet. Man habe quasi Vollbeschäftigung, die Unternehmen versuchten, Fachkräfte zu behalten. Hochschulabgänger würden von der Wirtschaft umworben. Fomferra: „Sie bekommen teils noch vor ihrem Abschluss Verträge mit ansehnlichen Einstiegsgehältern." Anders ausgedrückt: Der Nachwuchs habe keine Not, in eine Existenzgründung zu gehen. Eine der Möglichkeiten sei deshalb auch, Gründungswillige aus anderen Regionen in die Ortenau zu holen. Laut Edith Schreiner wurde die Umstrukturierung von der WRO mit großer Mehrheit beschlossen. Der Technologiepark werde weiterhin bestehen bleiben und Räume wie Know-how für Gründungswillige zur Verfügung stellen. „Wir haben einfach zu wenig Existenzgründungen", so Schreiner. Für eine innovative Region seien solche Gründungen aber wichtig. Es habe es sich gezeigt, so Schreiner, dass der Technologiepark im Raum Offenburg durchaus etwas bewirke. „Aber es ist nicht gelungen, das in den Kreis hinauszutragen", erklärte die OB. Auch habe man festgestellt, dass nur sehr wenige direkt von der Hochschule aus in die Existenzgründung gingen. Das geschehe eher aus den Unternehmen heraus - auch deshalb, weil es die Hochschulabgänger zunächst in die Industrie ziehe, um ein Einkommenspolster und um Erfahrungen anzusammeln. Es gebe noch kleinere Gründungszentren in Lahr und in Hornberg, aber der Kreis sei davon abgehängt. Die Gründungsoffensive startet unter dem Signum „GIO - Gründung_Innovation_Ortenau". Das Konzept sieht vor, dass die bestehenden Gründerzentren, Hornberg, Lahr, Offenburg, durch GIO unterstützt und untereinander vernetzt werden. Auch soll GIO Existenzgründungen kreisweit befördern, sowohl durch Öffentlichkeitsarbeit und Information wie auch durch Werbung. Es soll ein breit gefächertes Beratungsangebot für alle Gründer aus dem Gebiet der Wirtschaftsregion Ortenau entwickelt werden. Hinter GIO steht ein Konzept, das den Gründer während aller Gründungsphasen begleitet. Um GIO zu finanzieren, steigt die Umlage der an der WRO beteiligten Kommunen von 90 Cent auf 1,10 Euro pro Einwohner der betreffenden Mitgliedskommune (wir berichteten). Für Offenburg sind das etwa 12 000 Euro mehr als bislang. Mit der Erhöhung stehen rund 300 000 Euro für das Projekt zur Verfügung. OB Edith Schreiner betont, dass auch die Wirtschaftsunternehmen der WRO sich finanziell engagieren.

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