Neue Kooperation mit Newcastle

13.09.2016 Mittelbadische Presse

Promotionsprogramm: Offenburger Studierende können ihren Doktor künftig in Großbritannien machen

Studierende der Offenburger Hochschule können künftig auch an der Northumbria University in Newcastle studieren: Die Uni in Großbritannien ist eine Kooperation mit der Offenburger Einrichtung eingegangen. VON BETTINA KÜHNE Offenburg. Jede Woche wird mindestens eine Anfrage an Andreas Klasen herangetragen: Der stellvertretende wissenschaftliche Leiter des International Center an der Hochschule Offenburg bekommtdannMails oderAnrufe von jungen Wissenschaftlern, die gern promovieren möchten. Möglich ist dies durch eine neue Kooperation mit der Universität Northumbria in Newcastle in Großbritannien. »Die Zusammenarbeit stützt unser Vorhaben, unsere Hochschule noch internationaler aufzustellen«, so Andreas Klasen. Partnerschaften zwischen der Offenburger Hochschule und anderen Partnern existieren weltweit – nun sollen einige noch stärker ausgebaut werden. Klasen sagt: »Die Studierenden müssen raus.« Das werde erwartet, später, in der Firma, schließlich müssen die Nachwuchskräfte dann mit Partnern, Zulieferern und Kundenweltweit zusammenarbeiten können. Ein Promotionsprogramm, das mit Newcastle aufgelegt wird, ist ein Baustein davon. Die ersten drei Interessenten stehen bereits parat und wollen dort promovieren. Was sie dort erwartet, ist etwas verschieden zum hiesigen System. »Man hat zwei Betreuer und zwei unabhängige Prüfer «, erklärt der Professor. Im Falle des länderübergreifenden Programms also einen in Offenburg und einen in Newcastle. Ein Vorteil für die Doktoranden könnte auch die Struktur des englischen Promotionssystems sein. »Es ist deutlich mehr darauf ausgerichtet, dass es auch berufsbegleitend möglich ist«, erläutert Professor Philipp Eudelle, Dekan der Fakultät Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen. Viele Briten arbeiten 60 oder 50 Prozent und forschen in der restlichen Zeit an ihrerDoktorarbeit. Zwischen drei bis fünf Jahremussman nämlich rechnen, bis eine solche Arbeit fertiggestellt ist. Weiterer Unterschied: Im angelsächsischen Raum ist man gewohnt, dass man für Bildung bezahlen muss. Rund 2500 Pfund werden pro Jahr fällig. »Dafür kann man dann aber auch eine besonders intensive Betreuung und Unterstützung erwarten«, betont Klasen, der selbst in Newcastle promoviert hat. Dank der modernen Kommunikationsmöglichkeiten wird viel über Skype undCo. laufen. Bislang ist es so angedacht, dass ein Aufenthalt in Newcastle pro Jahr genügen müsste. »Systeme wie die Bibliothek können sehr stark online genutzt werden«, sagt der Prof. Dass Newcastle, wo allein 5000 Studierende in der Businessschool eingeschrieben sind und insgesamt 30000 Studierende zum Campus gehören, an Offenburg Interesse hatte, erstaunt Andreas Klasen nicht: »Wir gehören zu den vier forschungsstärksten Hochschulen im Land – mit diesen Kompetenzen konnten wir sie überzeugen.« Fachliche wie methodische Expertisen fanden bei der Vorstellung in Großbritannien Anklang. Und auch die deutsche Wirtschaft ist ein Pfund: Es besteht Interesse, diese besser zu durchdringen. Und nicht zuletzt schätzen die Dozenten die Qualität der deutschen Studierenden: Sie können etwas.

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