Innovationszentrum geplant

25.11.2016 Lahrer Zeitung

Existenzgründung | Wirtschaftsregion Ortenau übernimmt Aufgaben des Technologieparks Offenburg

Die Wirtschaftsregion Ortenau (WRO) übernimmt ab Januar 2017 die Aufgaben des Technologieparks Offenburg (TPO). Der für die Finanzierung notwendigen Erhöhung der Umlage hat die Stadt Lahr als Gesellschafter der WRO aber nicht zugestimmt.

Die Kooperation zwischen der Stiftung Technologie und Wirtschaft Mittelbaden/Offenburg und der WRO ist am Montag vertraglich besiegelt worden, wie die WRO mitteilt. Unterzeichnet wurde der Vertrag von Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner in ihrer Funktion als Stiftungsratsvorsitzende und von WRO-Geschäftsführer Dominik Fehringer. »Mit der Übernahme weiterer Aufgaben im Bereich der Existenzgründung stellen wir den Technologiepark auf eine breitere Basis«, so Schreiner. Er bekomme eine stärkere regionale Ausrichtung. »Dies ist ein wichtiger Schritt in eine gute Zukunft des bisher schon erfolgreichen Technologieparks Offenburg«. ist sich die Stiftungsratsvorsitzende sicher. »Die Gründungsberatung befindet sich im Umbruch. Es ist der richtige Zeitpunkt, den Technologiepark nach erfolgreichen Jahren in ein regionales Innovationszentrum zu überführen«, begründet WRO-Geschäftsführer Dominik Fehringer das Projekt. Der Stiftung des TPO sei es seit Längerem ein Anliegen, »den Gründergedanken in eine neue Zukunft zu führen«, heißt es in der Mitteilung weiter. Die WRO als regionales Netzwerk biete dafür eine ideale Plattform. Die Stiftung bleibe weiterhin Eigentümerin der Gebäude und übertrage die inhaltlichen Aufgaben des Technologieparks an die WRO, bei der dafür eine neue Stelle für einen Bereichsleiter geschaffen werden soll. Der aktuelle Leiter des TPO, Bruno Schwelling, werde seine Tätigkeiten zum Jahresende niederlegen. Er leitete den TPO seit 2012 auf ehrenamtlicher Basis. In den vergangenen Monaten hat die WRO eigenen Angaben zufolge in enger Zusammenarbeit mit dem Stiftungsrat und -kuratorium die Ziele des Projekts festgelegt: Gründer aus der gesamten Region sollen einen einheitlichen Ansprechpartner haben. Mit einem breit aufgestellten Beratungsangebot sollen sie unterstützt und damit die Innovationsfähigkeit der Region gestärkt werden. Ziel sei auch die umfassende Begleitung von Existenzgründern in allen Gründungsphasen. Das neue Innovationszentrum werde starke Kooperationen mit bereits vorhandenen Akteuren in diesem Bereich eingehen. Dazu gehörten etwa das Zentrum für Innovation und Gewerbe in Hornberg, das Bühler Innovations- und Technologie- Zentrum sowie die Angebote der Kammern und private Initiativen. Das Projekt erfahre großen Zuspruch von den Gesellschaftern und dem Wirtschaftsbeirat der WRO, teilen die Verantwortlichen weiter mit. Insgesamt sei es in der Region positiv aufgenommen worden. Zur Sicherung der Finanzierung hätten die 53 Gesellschafterkommunen der WRO und der Ortenaukreis ihre Umlage erhöht. Auch die 160 Mitgliedsbetriebe haben nach Angaben der WRO beschlossen, die Existenzgründung in der Ortenau noch stärker als bisher zu unterstützen. Damit sei der Projektbeginn gesichert. Fehringer freut sich über den Zuspruch aus den Unternehmen und Kommunen: »Die Weltmarktführer aus der Ortenau und die Kommunen schaffen damit eine solide Grundlage für neue Innovation.« Dass aber entgegen dieser Aussage nicht alle Gesellschafter das Projekt uneingeschränkt begrüßen, zeigt ein Schreiben von Lahrs Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller an den WRO-Geschäftsführer vom 2. August (wir berichteten). Darin teilt Müller mit, »dass die Stadt Lahr der WRO-Beschlussvorlage zur Erhöhung des Gesellschafterbeitrags um 0,20 Euro pro Einwohner nicht zustimmt«. Das habe der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Müller betont darin auch, dass Gemeinderat und Verwaltung »Maßnahmen der WRO zur Förderung von Existenzgründern im Bereich von Innovationen ausdrücklich begrüßen «. Allerdings sollten sich diese »auf besonders innovative Gründungsbereiche konzentrieren «. Auch gelte es unter anderem, »Doppelstrukturen zu anderen Gründungsaktivitäten « wie denjenigen der IHK und der Handwerkskammer zu vermeiden.

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