Edeka hält Offenburg die Treue

25.11.2016 Mittelbadische Presse

Geschäftsleitung spricht sich vorMitarbeitern für Standort aus / Alternative Achern wohl aus dem Rennen

Das Hin und Her um Edeka-Südwest ist zu Ende: Der Standort in Offenburg bleibt erhalten. Edeka-Geschäftsführer Rainer Huber hat das nach Informationen der MITTELBADISCHEN PRESSE auf einer Betriebsversammlung klargestellt. Öffentlich will sich das Unternehmen jedoch zum Vorgang nicht äußern.

Rund 1400 Mitarbeiter der Edeka-Südwest in Offenburg können aufatmen. Die Einzelhandelskette hält ihrem aktuellen Standort Offenburg die Treue. Die Verwaltung und das Regionallager werden nicht umgesiedelt. Edeka suche unabhängig davon jedoch weiter im Großraum Karlsruhe nach einem Standort für ein neues Zentrallager. Nach Informationen der MITTELBADISCHEN PRESSE ist damit die Umsiedlung nach Achern endgültig vom Tisch. Das Zentrallager soll ab 2018 zwischen Bühl und Karlsruhe gebaut werden, um 2020 in Betrieb gehen zu können. Auf 150000 Quadratmetern sollen rund 400 neue Arbeitsplätze entstehen. Edeka wolle rund 120 Millionen Euro investieren. Seit 2014 sucht Edeka einen Standort für ein neues Zentrallager. Mit dem Lager will das Unternehmen sein weiteres Wachstum absichern und für eine leistungsfähigere Logistik sorgen. Favorisiert wurde dafür zuerst ein 20 Hektar großes Areal auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Achern. Die Oberbürgermeister von Achern und Offenburg waren deshalb monatelang im Clinch gelegen. Der Regionalverband hatte den Plänen Acherns jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Planungsausschuss des Verbands hatte sich dafür ausgesprochen, dass das insVisier genommene Areal Vorranggebiet fürNaturschutz und Landschaftspflege bleiben sollte. Daraufhin machte die Edeka- Geschäftsleitung in einem Schreiben an die Regionalräte klar, dass Offenburg als Hauptsitz des Unternehmens keine Optionmehr sei. Der Regionalrat ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Um den Einzelhändler wenigstens in der Region, sprich in Achern, zu halten, übergaben Edeka-Mitarbeiter dem Regionalverband 916 Unterschriften, um ihn zum Einlenken zu bewegen. Achern bemühte sich jedoch weiter um die komplette Ansiedlung des Einzelhändlers, zumal der auf die Stadt zugekommen war. Nach Informationen aus Gewerkschaftskreisen soll der Standort Offenburg jedoch nie wirklich zur Disposition gestanden haben. Dagegen haben auch die jüngsten Investitionen am Standort gesprochen. Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner (CDU) wollte sich zur neuesten Entwicklung nicht äußern. Die Stadt warte auf eine offizielle Erklärung von Edeka-Südwest, hieß es auf Anfrage. Zurückhaltend reagierte Acherns Oberbürgermeister Klaus Muttach (CDU). Er habe von Edeka keine Absage erhalten. Nach wie vor gehe er davon aus, dass der Einzelhändler Interesse an der Realisierung des Gesamtkonzeptes mit Lagerkapazitäten undVerwaltung in Achern habe. Das habe er auch schriftlich vorliegen. Dass dieses Interesse vom Tisch sei, könne er nicht bestätigen, betonte Muttach im Gespräch mit der MITTELBADISCHEN PRESSE (siehe Infobox). Edeka selbst war zu keiner Stellungnahme bereit. Edeka-Südwest ist die zweitgrößte Regionalgesellschaft der Edeka-Gruppe. 2015 setzte sie 8,2 Milliarden Euro um. Zusammen mit den selbstständigen Einzelhändlern beschäftigt Edeka Südwest in 1350 Märkten und Produktionsbetrieben rund 43 500 Menschen. Alleine amStandortOffenburg sind rund 1900 Mitarbeiter unterandereminderVerwaltung, im E-Center, Fischgroßhandel und in der Getränkelogistik beschäftigt. Bis zu 1400 Stellen wären zur Disposition gestanden, wenn Edeka Offenburg verlassen hätte.

zurück zu Presse