Vier Hochschulen, ein Lehrraum

12.01.2017 Mittelbadische Presse

Neue Kooperation ermöglicht Offenburger und Gengenbacher Studierenden, an Projekten in drei Ländern teilzunehmen

Die Offenburger Hochschule ist eine neue Kooperation eingegangen und eröffnet so jungen Leuten, die den Studiengang »Betriebswirtschaft/ Logistik und Handel« belegen, neue Möglichkeiten. Sie können mehr internationale Erfahrung sammeln. Über die Angebote der Erasmus-Mobilität und dem Double-Degree-Programm mit der VIA in Dänemark hinaus biete dasLogistik- Cluster »Midplus« deutlichen Mehrwert, so die Offenburger Hochschule in einer Mitteilung. Dabei könne von den Studierenden frei gewählt werden, wie viel Internationalität sie in ihre Pflichtkurse integrieren wollen. Die Aktivitäten von »Midplus« stünden nicht nur Logistik-und-Handel-Studierenden zur Verfügung, sondern könne von an Themen der Logistik und auch E-Commerce interessierten Studierenden der Fakultät belegt werden. »Ein Logistiker und Händler braucht den internationalen Hintergrund«, begründet Ingo Dittrich diesen Schritt. Als Leiter des Bachelorstudiengangs »Betriebswirtschaft/ Logistik und Handel (LH)« hat er zusammen mit Achim Burkhardt, Robert Köhler, AndreaMüller sowie denKollegen der Kooperationshochschulen VIA University College in Dänemark, Fontys und HZ University of Applied Sciences in den Niederlanden die Idee umgesetzt. Eine weitere Partnerhochschule wird voraussichtlich inKürze noch dazustoßen. Inhaltlich ergänzen sich die Kooperationspartner, so dass für die Studierenden ein erweitertes Themenspektrum aus der Logistik und dem E-Commerce zur Verfügung steht.Weiterhin verfügen an den Partnerhochschulen die Dozenten über beste Englischkenntnisse, so dass auch sprachlich für die Gengenbacher Studierenden ein Lerngewinn zu erwarten ist. Über die studienbegleitenden Aktivitäten von »Midplus« sollen die Studierenden einerseits an einen längeren Auslandsaufenthalt herangeführt werden, andererseits bekommen auch Studierende, deren familiäre und persönliche Gründe einenWeggang für längere Zeit verhindern, über Kurzaufenthalte eine andere Lern-, Arbeits- und Lebenskultur vermittelt. Ein erster Test für eineVerzahnung von Pflichtkursen verschiedener Studiengänge war Ende 2015 ein internationales Projektseminar, das das dänische VIA University College und die Hochschule Offenburg gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Fünf dänische und vier deutsche Studierende haben drei Wochen lang – teils vor Ort, teils über Telekommunikation wie im richtigen Leben eines internationalen Projekts – als Team eine Aufgabe bearbeitet. Nach einem Testlauf mit Gastdozenten eines großen niederländischen Unternehmens zur Einrichtung eines internationalen virtuellen Vorlesungsraums Ende vergangenen Jahres wird es im nächsten Sommersemester richtig losgehen, kündigen die Verantwortlichen an. Im März wird in Gengenbach die Topweek »E-Commerce, Multi-Channel-Management « in Kooperation von Hochschule Offenburg und Fontys University of Applied Sciences/NL-Venlo angeboten. Mit »Topweek« werden Kurzworkshops bezeichnet, die sich einem vertiefenden Thema aus den Kompetenzfeldern der Partnerhochschulen widmen. »Für Mai ist ein gemeinsames internationales Projektseminar geplant und es wird mindestens noch eine weitere Topweek an einer anderen Partnerhochschule des Clusters angeboten werden«, informiert die Hochschule. Für die Reise- und Übernachtungskosten zu den gemeinsamen »Topweeks«, Exkursionen und Projektseminaren sowie die Anschaffung der Technik für den virtuellen, internationalen Vorlesungsraum benötigen die Kooperationspartner mehr Mittel als bei einem reinen Studentenaustausch. Hier kann die Hochschule auf die Unterstützung der Ortenauer Unternehmen bauen. DasGesamtprojekt wird laut Dittrich bereits von zwei Unternehmen der Region – die Zehnder Logistik GmbH, Lahr, sowie die PWOAG, Oberkirch – unterstützt. Weitere Sponsoren sind gesucht.

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