Burda kauft sich in Großbritannien ein

14.01.2017 Badische Zeitung

Burda übernimmt Immediate Media mit mehr als 75 Medienmarken, darunter die „Radio Times“ / Neujahrsempfang in Offenburg

Der Burda- Konzern hat das britische Medienunternehmen Immediate Media übernommen und gibt damit künftig die beliebte Programmzeitschrift „Radio Times“ heraus. Insgesamt verfüge Immediate Media über ein Portfolio von mehr als 75 Medienmarken, teilte Hubert Burda Media mit. Über den Kaufpreis und weitere Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden. Berichten zufolge zahlt Burda dem bisherigen Eigentümer, dem Finanzinvestor Exponent Private Equity, etwa 300 Millionen Euro. Zu Immediate Media gehören neben britischen Zeitschriftenmarken auch ECommerce- Angebote und TV-Shoppingsender. Das Unternehmen entstand 2011 aus der Zusammenführung der Verlage Origin Publishing und Magicalia sowie der Magazin-Sparte der BBC. Heute beschäftigt Immediate Media etwa 1300 Mitarbeiter. Mit der „Radio Times“ verlegt Inmediate Media eine der ältesten Fernsehzeitschriften der Welt, die bis 2011 von der öffentlich-rechtlichen BBC herausgegeben wurde. Beide Partner wollen die Transformation des Unternehmens weiter beschleunigen und so zusätzliches Wachstum generieren, wie Burda mitteilte. Ziel sei es, Immediate Media zu einem Unternehmen mit diversifizierten Erlösquellen und Geschäftsmodellen auszubauen. Inhalte und Transaktionen sollen über Marken, Zielgruppen und Plattformen hinweg verbunden werden. Burda-Generaldirektor Paul- Bernhard Kallen erklärte, das Führungsteam von Immediate Media verfüge über umfangreiche Kenntnisse in den Bereichen Verlag, Technologie und E-Commerce und habe ein „profitables Unternehmen mit einer großen und loyalen Konsumentenbasis aufgebaut“. Hubert Burda Media gibt weltweit 540 Medienprodukte heraus und führt in Deutschland ein großes Magazinportfolio. In Großbritannien publiziert Burda bereits mehrere Zeitschriften, darunter „Your Home“ und „Wedding“. Der neuerliche Zukauf ist nach Informationen von Branchenkennern auch eine Reaktion auf das zuletzt krisenbedingt schwierig gewordene Geschäft mit Zeitschriften in Russland und der Ukraine,wo Burda stark vertreten ist. Am Donnerstag hatte Hubert Burda Media zum traditionellen Neujahrsempfang nach Offenburg eingeladen. 140 Führungskräfte aus aller Welt kamen an den Stammsitz des Unternehmens. Vom „genius loci“ – dem Geist des Ortes – sprach Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen. Ein großer Teil von Burdas heutigem Fundament sei schließlich in Offenburg geschaffen worden.

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