Nicht jeder begrüßt den Zuwachs

16.01.2017 Acher- und Bühler Bote

Offenburger Hotellandschaft wächst / Auslastung im Kreis sehr unterschiedlich

Die Hotellandschaft in Offenburg wird größer. Durch Neu- und Umbauten wird das Angebot bis Ende 2017 um 191 Hotelzimmer anwachsen. Die allermeisten davon werden Doppelzimmer sein. „Das ist heute das übliche Format“, wie Dominic Müller erklärt, Vorsitzender der Kreisstelle des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga und Chef des „Ritter“ in Durbach. Laut Stefan Schürlein vom Stadtmarketing gibt es in Offenburg derzeit 13 Hotels mit 736 Betten. Der kommende Zuwachs durch zwei neue Hotels sowie eine Erweiterung bezeichnet Schürlein als erfreulich. Müller hingegen sieht das kritisch. Der Bettenzuwachs entsteht durch die Erweiterung des Hotels Mercure nahe der Oberrheinmesse. Das Mercure hat derzeit 132 Zimmer, bis Ende 2107 sollen in einem neuen Anbau 60 weitere Zimmer entstehen. Auf der Kronenwiese entsteht derzeit ein Hotelneubau mit 93 Zimmern. Investor ist die Oberkircher Firma Hurrle Immobilien. Betreiber wird die Economy-Hotelkette B&B sein. Laut Stefan Schürlein ist die Fertigstellung für Ende des Jahres geplant. Bereits im Herbst 2017, soll das „Liberty“ an den Start. Bekanntlich wird das alte Gefängnis in der Grabenallee zu einem Hotel umgebaut. Investoren sind Christian und Dietmar Funk. Das Hotel soll 38 Zimmer und Suiten erhalten. Stefan Schürlein zufolge übernachteten im Jahr 2015 in Offenburg 145 000 Gäste, davon waren 40 000 Personen Auslandsgäste, bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 1,7 Tagen. Die Bettenauslastung gibt das Statistische Landesamt mit 56,8 Prozent an. „Die Zahlen machen deutlich, dass unsere Hotels sehr gut ausgelastet sind“, sagt Schürlein, wobei allerdings nicht alle Monate gleich stark seien. Offenburg sei eine boomende Stadt mit viel Wirtschaftsverkehr und könne den Hotelzimmerzuwachs gut vertragen. Dominic Müller befürchtet einen Preiskampf. „Grundsätzlich begrüßen wir Investitionen in die Hotellerie“, sagt Müller, „aber wir sehen die Gefahr eines Überangebots, von zu vielen Leerständen, wenn keine Messe ist, und dass es dann sehr stark über die Preisrate der Zimmer geht.“ Das Liberty mit seinem ganz speziellen Segment nimmt er von diesen Überlegungen jedoch aus. Dieses Haus schätzt er als echte Bereicherung im Angebote der Region ein. Müller stellt auch Schürleins Einschätzung in Frage: „Wer sagt denn, dass 56,8 Prozent eine sehr gute Auslastung ist?“ Die Daten des Statistischen Landesamts belegen: Offenburg hat in der Raumschaft die stärkste Auslastung. Durbach hat eine Bettenauslastung von 56,8 Prozent, Gengenbach und Oberkirch liegen bei 43,2 respektive bei 35,7 Prozent. Kehl hat eine Bettenauslastung von 33,1 Prozent. Lahr liegt bei 28,3 und Achern bei nur elf Prozent. Eine Ausnahmestellung nimmt die 4 000-Einwohner- Gemeinde Rust ein, mit 6 400 Betten und rund einer Million Übernachtungen – Zahlen, die einer großen Stadt wie Karlsruhe entsprechen.

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