Am Stammsitz bleibt alles beim Alten

2.02.2017 Badische Zeitung

Rund 1900 Menschen – inklusive 120 Azubis und Studenten – arbeiten derzeit für Edeka Südwest in Offenburg. Dabei soll es auch bleiben. Am Stammsitz soll sich durch den Neubau eines Zentrallagers im Rastatter Gewerbegebiet Stockfeld nichts ändern, wie nun aus der Offenburger Zentrale verlautet. Am Mittwoch haben Vertreter von Edeka Südwest im Historischen Rathaus von Rastatt ihre Planung für den Bau eines Zentrallagers vorgestellt. Entstehen soll es, wie berichtet,auf einem Areal direkt an der Autobahn A5, für das sich vor Jahren das Einrichtungshaus Ikea interessierte, bevor es 2013 seine Pläne in Rastatt aus raumordnerischen Gründen begraben konnte. „Die Fläche im Gewerbegebiet Stockfeld in Rastatt bringt durch ihre verkehrstechnisch optimale Lage ideale Voraussetzungen mit“, heißt es bei Edeka. Auf dem Grundstück mit insgesamt rund 142000 Quadratmetern soll ein teilautomatisiertes Zentrallager für rund 20000 Artikel aus den Bereichen Trockensortiment und Drogerie entstehen. Der Bau selbst werde eine Gesamtfläche von rund 37800 Quadratmeter haben; die Bauzeit wird mit etwa zwei Jahren veranschlagt. Am neuen Lagerstandort werden bis zu 400 Arbeitsplätze entstehen. „Der Standort wird seit längerem benötigt, um unsere derzeit bestehenden Logistikzentren in ihrer Funktion als Regionalläger langfristig zu stärken und unsere künftige Expansion abzusichern“,erklärteWolfgang Seiler, Prokurist und Expansionsleiter der Edeka Südwest in Rastatt. Insgesamt sollen mehr als 100 Millionen Euro in das Neubauprojekt investiert werden. In einer Betriebsversammlung im vergangenen November war sogar die Zahl von 120 Millionen Euro genannt worden. Im vergangenen Jahr hatten die Edeka- Expansionspläne einen Standortkonflikt zwischen Offenburg und der Nachbarstadt Achern ausgelöst. Dort wollte die Einzelhandelskette auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz ein neues Zentrallager bauen. Offenburgs OB Edith Schreiner hatte ihrem Acherner Kollegen und  CDU-Parteifreund Klaus Muttach „aggressives Abwerben“ vorgeworfen. Doch der Standort in Achern zerschlug sich ohnehin, weil das 38 Hektar große Areal inzwischen ein Biotop ist und der Regionalverband Südlicher Oberrhein dort nie eine Bebauung  vorgesehen hatte. Edeka hatte seinerzeit noch argumentiert, dass eine Abwanderung nach Nordbaden, Hessen oder  Rheinland-Pfalz drohe, falls man in Achern nicht zum Zug komme. Die Rede war von einemWegfall von mehr als 1200 Arbeitsplätzen in Offenburg – Oberbürgermeister Klaus Muttach hatte sogar von bis zu 1700 Arbeitsplätzen gesprochen. Doch all dies ist nun vom Tisch und Schnee von gestern. Das Projekt in Rastatt ist eine Ergänzung des bisherigen Bestandes und wird, wie am Mittwoch auch die Zentrale von Edeka Südwest versicherte, keine Auswirkungen auf Offenburg haben. Edeka-Südwest bleibt am  Stammsitz also der zweitgrößte Arbeitgeber nach dem Landratsamt Ortenaukreis inklusive Kliniken. Zu Edeka Südwest zählen Logistikzentren in Offenburg, Balingen, Ellhofen, Heddesheim und St. Ingbert. Der Konzern- Außenumsatz lag im vergangenen Jahr  bei 8,5 Milliarden Euro. Insgesamt beschäftigt Edeka Südwest in 1350 Märkten, Produktionsbetrieben wie der Bäckerei K&U und einem eigenen Fleischwerk rund 43500 Mitarbeiter.

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