Alles ist erlaubt – nur Langeweile nicht

18.05.2017 Badische Zeitung

OFFENBURG. Sie bilden Energiesystemtechniker, Maschinenbauer oder Wirtschaftsingenieure aus. Ihre Forschungsthemen haben Titel wie "Hydrothermale Carbonisierung (HTC)". Was trocken und langweilig klingt, kann auch eine Halle wie den Salmen rocken. Das zumindest wollen sechs Professoren der Hochschule Offenburg am 18. Mai um 19 Uhr bei einem "Science Slam" in Kooperation mit der Stadt dem nicht wissenschaftlichen Publikum zeigen. Hierbei ist alles erlaubt - bis auf eines: Langeweile hat bei dieser Veranstaltung im Rahmen der Nachhaltigkeitstage keinen Platz. Angelehnt an das Format des"Poetry Slam" wollen die Professoren ihre Forschung einer breiten Öffentlichkeit ohne Vorkenntnisse schmackhaft machen, mit oder ohne Powerpoint-Präsentation, mit Requisiten oder auch der Vorführung von Experimenten, berichtete Elmar Bollin, geschäftsführender Leiter des Instituts für Angewandte Forschung (IAF) der Hochschule Offenburg jetzt bei einem Pressegespräch. Ziel sei es, die Themen gut verständlich und mit dem nötigen Entertainment zu präsentieren. Wem dies am besten gelingt, entscheide am Ende das Publikum. Der Eintritt ist frei. Nur zehn Minuten haben die Professoren Zeit, die Gunst der Zuschauer zu gewinnen. Dafür bringen sie interessante Themen mit: Berhard Denne spricht über"Kreativitäts-Tuning", Thomas Seifertüber "Das richtige Material macht's! Aber wie?", Oliver Korn über "Computer & Gefühle", Jens Pfafferott über "Wohnen im Nullenergiegebäude. Realität oder Mogelpackung?", Axel Sikora über "Die Demokratie der Maschinen" und Daniel Kray über "(Bio-)Kohle machen fürs Klima". Es sei nicht schwer gewesen, Vortragende zu gewinnen, so Bollin. Durch den Abend führt Moderator Philipp Schrögel, selbst Physiker und Slam-Experte. Er hat ein Büro für Wissenschafts-und Technikkommunikation, forscht in Karlsruhe am Institut für Germanistik in der Abteilung für Wissenschaftskommunikation und lehrt an der Uni Erlangen-Nürnberg. Er hat schon Sciene Slams in Karlsruhe und Erlangen-Nürnberg organisiert. "Die Menschen bekommen auf diese Weise einen anderen Blick auf die Hochschule und was wir überhaupt machen. Ich bin gespannt auf den Zulauf", sagte Elmar Bollin. Was viele nicht im Detail wissen: Die Forschung habe an der Hochschule Offenburg einen großen Stellenwert: Von 120 Professoren seien mehr als 70 wissenschaftlich tätig. 2016 seien in der Forschung rund fünf Millionen Euro Drittmittel umgesetzt worden. Der Trend greife auch auf die Studierenden über, von denen mittlerweile mehr als 40 Prozent promovieren. "Da ist viel in Bewegung", meinte der IAF-Leiter. "Für die Stadt ist das Format des Science Slam etwas Neues. Wir wollen zeigen, dass Wissen und Wissenschaft Spaß machen kann", sagte Kirstin Niemann, Abteilungsleiterin Stadtentwicklung. Die Veranstaltung ist in die Nachhaltigkeitstage eingebettet, die vom 18. bis 20.Mai stattfinden. "Nachhaltig handeln heißt, nicht auf Kosten zukünftiger Generationen oder Bewohner anderer Gebiete der Erde zu leben", erklärte die städtische Klimaschutzmanagerin, Bernadette Kurte. Dazu leisten Forschung und Wissenschaft einen wesentlichen Beitrag.

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