40 Prozent Frauen sind das Ziel

1.08.2017 Mittelbadische Presse

Mehr Frauen sollen für KontaktING interessiert werden: Bisher liegt die Quote bei rund 30 Prozent, doch die Verantwortlichen wollen mehr. Grund dafür ist, dass das Studienangebot optimal mit Familie vereinbar ist – die Kurse finden vorwiegend abends statt.

Offenburg. Eigentlich sind 30 Prozent Frauen keine schlechte Quote, wenn es um ingenieurswissenschaftliche Studiengänge geht. Aber Detlev Doherr will als Studienleiter für das Projekt KontaktING trotzdem mehr Frauen für das Angebot gewinnen. Der Professor peilt über 40 Prozent an - auch, weil KontaktING Frauen einen ganz entscheidenden Vorteil bietet: "Die Kurse finden abends statt. "KontaktING sei nämlich längst nicht nur als berufsbegleitender Start ins Studium eine Option, sondern auch für Berufsrückkehrerinnen ideal, sagt Doherr: "Sie können ihren Studienplan nach ihren Bedürfnissen zusammenstellen." Ein bis zwei Kurse pro Semester reichen aus, um einen idealen Einstieg in ein dann verkürztes Vollzeitstudium zu finden. KontaktING soll für die Teilnehmerinnen insbesondere auch die Frage klären, ob ein Studium das Richtige für sie ist. Dazu gehört natürlich auch, einzuschätzen, ob das Gefragte leistbar ist. Vorausgesetzt für die Bewerberinnen wird die Studierfähigkeit. Es ist also die Hochschulreife oder ein Beruf mit entsprechender Berufserfahrung erforderlich. "Ansonsten kann man keinen Abschluss erwerben", erklärt Detlev Doherr. Langfristiges Ziel der Bemühungen sei schließlich ein Bachelor-Titel. Auch wenn ein technisches Studium auf den ersten Blick nicht in Erwägung gezogen wurde, kann KontaktING speziell Frauen den Weg ebnen: Diese interessieren sich häufig für Umwelt- und Verfahrenstechnik, packen es dann aber nicht an. "Ingenieurspraxis gehört zu den Schlüsselqualifikationen, deshalb steht es bei KontaktING im Fokus", so der Professor. Mathematik und andere technisches Module werden deshalb angeboten; wer ein Zertifikat erwerben möchte, kann dieses dann bei einem Studium anrechnen lassen.

Kleine Gruppen: Zum Ziel kommen die Teilnehmerinnen auch durch kleine Gruppen: Statt rund 40 Studierende sind maximal 25 in einem Seminar. Begleitet werden die Teilnehmerinnen zudem von studentischen Tutoren, die die Teilnehmenden in kleinen Arbeitsgruppen individuell betreuen. Lerngruppen, Onlineangebote und Exkursionen runden die Möglichkeiten fürs flexible Lernen ab. "Damit wollen wir den spezifischen Bedürfnissen von Interessentinnen entgegenkommen", so Doherr. Das gilt auch für die zeitliche Schiene: Bis zu fünf Jahren kann man sich mit KontaktING Zeit lassen, bevor man das Grundstudium abgeschlossen hat und in einer anschließenden verkürzten Phase in Vollzeit den Bachelor-Titel erwirbt. Bevor man einsteigt, wird man zu einem Selbsttest eingeladen. Wer dann Interesse zeigt, kann an einem Qualifizierungsseminar teilnehmen. Zwei Tage beschäftigt man sich mit künftig relevanten Themen und erhält eine direkte, persönliche Beratung. Auch der kleine Test zum Abschluss gibt Auskunft darüber, ob KontaktING das Passende ist.

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