Die Regionalität steht im Fokus

26.08.2017 Mittelbadische Presse

23 OT-Leser durften am Montag beim »Offenen Werkstor« Edeka Südwest in Offenburg genauer unter die Lupe nehmen. Neben zahlreichen Informationen von Ellen Vetter, Mitarbeiterin im Edeka-Besucherservice, gab es einen Rundgang durch die Lagerhallen – bei laufendem Betrieb.

Offenburg. In der Offenburger Edeka Südwest stehen die Waren tagtäglich, als wären sie noch nie an einem anderen Ort gewesen. 23 Leser durften sich im Zuge der OT-Sommeraktion "Offenes Werkstor" davon überzeugen, dass dem definitiv nicht so ist- bevor die unterschiedlichen Artikel im Regal landen, müssen sie einen "enormen logistischen Aufwand" durchlaufen, wie viele der Leser am Ende der rund zweieinhalbstündigen Führung feststellten. Bevor es allerdings an die Besichtigung der großen Lagerhallen der Edeka Südwest ging, präsentierte Ellen Vetter vom Besucherservice einige Daten und Fakten rund um das Edeka-Universum. Wussten Sie beispielsweise, dass der Supermarkt in Offenburg 1973 gegründet wurde und mittlerweile eine Gesamtfläche von 170000 Quadratmetern hat? Letzteres entspricht übrigens einer Größe von 24 Fußballfeldern, veranschaulichte Vetter. Insgesamt betreut die Edeka-Südwest-Gruppe 1300 Märkte in ihrem Einzugsgebiet. Dieses reicht von Baden-Württemberg in Teile Hessens, des Saarlandes, nach Rheinland-Pfalz und in Gebiete von Bayern. Lediglich fünf Logistikstandorte finden sich im gesamten Bereich- in St. Ingbert, Heddesheim, Ellhofen, Balingen und Offenburg. 1000 der insgesamt 1300 Märkte sind außerdem selbstständige Händler. Wie Vetter betonte, müssen diese 80 Prozent ihrer Waren von Edeka beziehen, 20 Prozent dürften sie sich selbst von den Herstellern ihrer Wahl besorgen. Die restlichen 300 Märkte seien Regiemärkte. An dem Standort in Offenburg werden 1940 Angestellte beschäftigt, 818 davon in der Logistik. Sie müssen sich um ein Liefergebiet von etwa 100 Kilometern im Umkreis kümmern.

Harte Konkurrenz

In ihrer Präsentation legte Vetter einen starken Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit und Regionalität: "Die Schlachthöfe, aus denen unsere Fleischwerke das Fleischbeziehen, sind dezentral aufgestellt und werden von regionalen Zulieferern betrieben. Zu uns in die Werke kommt das Fleisch dann schon in Hälften." Einigen kritischen Fragen musste sich die Edeka-Mitarbeiterin allerdings stellen. So merkte ein Leser an, dass die Eier in den Regalen doch trotzdem unter anderem aus Holland kommen würden. Vetter reagierte verständnisvoll und meinte, dass es gerade deshalb beim Einkaufen wichtig sei, die Augen offen zu halten. "Dann kann man sich auch nachhaltig versorgen", erklärte sie. Wenn die Nachfrage der Kunden sich jedoch auf ein bestimmtes Produkt fokussiert, könne Edeka dieses nicht einfach aus dem Sortiment streichen. Ansonsten würden sie gegenüber den anderen Supermarktketten ins Hintertreffen geraten. Je mehr Leute sich für regionale Produkte interessieren würden, desto besser könne Edeka sein Sortiment in diese Richtung ausbauen - Nachfrage bestimmt Angebot, so die Devise.

"150-mal um die Erde"

Zum Schluss ging es in die großen Lagerhallen. Alle OT Leser legten sich Warnwesten an und mussten, so Vetter schmunzelnd, "wie im Kindergarten in Zweiergruppen laufen". Sicherheitsvorkehrungen, die jedoch nötig waren, denn während der Führung gingen Arbeiter ihren geregelten Aufgaben nach. So konnte nicht nur Vetter mit ihren interessanten Ausführungen bestechen, die Besichtigungsgruppe hatte die Möglichkeit, live mitzuerleben, wie Waren präzise aus und wieder einsortiert wurden. "Mit den gefahrenen Auslieferungskilometern im gesamten Jahr 2016 könnten Sie 150-mal um die Erde fahren", wusste Vetter. Zum Abtransport bereitgestellt werden die Waren von den Kommissionierern. Aus den unteren beiden Regalfächern schnappen sie sich die Produkte und stellen sie an den Toren bereit – alles mit hoher Geschwindigkeit und Konzentration.

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