Für 100 Euro im Monat kommen Tüftler und Gründer aus der Isolierung

4.10.2017 Badische Zeitung

„Start Up Connect“ im Technologiepark Offenburg will mit neuem Konzept wieder Schwung in die Unternehmensgründungen in der Ortenau bringen

OFFENBURG (reim). Seit dem Start der Grünerinitiative Ortenau (GIO) hat sich einiges getan. Und das spiegelt sich nun auch im Namen wieder: „Start Up Connect“. Denn inzwischen hat die Initiative nicht nur die Wirtschaftsregion Ortenau (WRO), sondern auch die Hochschule als Kooperationspartner für neue Projekte gewinnen können.
„Wir wollen eine Plattform schaffen, um sich auszutauschen“, erklärt Florian Appel, Geschäftsführer von „Start Up Connect“. Nicht nur Existenzgründer, die sich mit einer Idee selbstständig machen wollen, sondern auch über 30 Unternehmen aus der Region seien im Boot. Unverbindlich könnten sich Gründer jetzt auch zu einem Stammtisch treffen, jeden letzten Mittwoch im Monat in der Bierbar des Brauwerks Baden. „Beim ersten Treffen im April seien gut 50 Leute gekommen“, freut sich Appel. Seitdem setzten sich auch Akteure aus Unternehmen dazu. „Es stellen sich auch Gründer aus der Ortenau vor, die mit ihrem Projekt gescheitert sind. Denn Scheitern und wie man damit umgeht, gehört oft dazu.“ Rund 80 Prozent seien das schließlich. Der Stammtisch „Last Wednesday“ sei dabei nur eines der Programme, die der Geschäftsführer und seine Kollegen im Technologiepark Offenburg (TPO) dieses Jahr auf die Beine stellen wollen. „Wir bieten in Kooperation mit der Hochschule ab Oktober eine Art Ausbildung für Gründer an“, erzählt er. Module, wie Strategie, Geschäftsmodell, Kundengewinnung und nicht zuletzt der Businessplan und die Finanzierung sollen Interessierten Werkzeuge an die Hand geben, die sie für die Umsetzung ihrer Geschäftsidee brauchen. Während sich dieses Angebot eher an Studenten richtet, soll es ein Pendant in Teilzeit, für bereits Arbeitende geben. Für das „Accelerator-Programm“, das Geschäftsmodelle beschleunigen helfen will, sind sechs Monate angesetzt, die Kurse finden berufsbegleitend am Wochenende statt. „Jeder Teilnehmer bekommt einen Mentor von der WRO an die Seite gestellt und hat somit bereits die ersten Kontakte.“
Das Hauptziel der Initiative ist, Unternehmen in der Ortenau zu schaffen und dazu die Synergien des bestehenden Netzwerks zu nutzen. „Wir bieten hier ganz niedrige Eintrittsbarrieren, einen Arbeitsplatz, wo Austausch und Beratung ganz oben stehen.“ Für 100 Euro im Monat kann ein Schreibtisch im TPO gemietet werden. Diese so genannten Co-Working-Räume sollen noch ausgebaut werden. Dieses Angebot richte sich auch an Nicht-Gründer, also schon tätige Unternehmer. Denn umso unterschiedlich die Themen und der Austausch seien, desto mehr könne Kreativität entstehen und gefördert werden. Ansprechpartner seien Geschäftsführer, Steuerberater und Rechtsanwälte. „Es ist unser Starter Kit für die Gründer“, betont Appel. Gerade arbeite man an der Reichweite, kooperiere dabei mit den Gründerzentren in Karlsruhe, Freiburg und Straßburg. Mittlerweile seiene auch die Zentren in Hornberg, Bühl und Gegenbach unter dem „Start Up Connect“-Dach, die Zusammenarbeit laufe gut.
Appel will mit der Initiative die Region stärken, Ressourcen zusammenbringen und Existenzgründer ermutigen. Für Oktober sei ein „Hackathon“ in der Reithalle geplant, wo Programmierer im Wettbewerb das tun, was sie am besten können: Projekte entwickeln. Und das wünscht sich Appel schließlich auch für seine „Start Up Connect“-Initiative. Bausteine dafür hat er bereits geschaffen.

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