Vom Fahrradladen zum Online-Profi

7.11.2017 Badische Zeitung

Der Ortenauer Peter Litterst präsentierte seine Erfolgsgeschichte beim „E-Com-Camp“

OFFENBURG. E-Commerce, also Internethandel, ist das Zauberwort, mit dem Radhändler Peter Litterst aus Gengenbach den Durchbruch geschafft hat. Beim „E-Com-Camp“, einer Initiative der Hochschule mit zahlreichen Unternehmen aus der Region, stellte er jüngst seine Erfolgsgeschichte im Brauwerk Baden vor. Eigentlich kommt Peter Litterst aus der Automobilbranche, ist Geschäftsführer des  Autohauses Link in Gengenbach. Die gemeinsame Leidenschaft fürs Radfahren brachte ihn und seinen Kollegen Hans Link vom gleichnamigen Unternehmen auf eine Idee. „Wir hatten uns entschlossen,
einen Radladen zu installieren. Und so wurde „LinkRadQuadrat“ 2011 in Gengenbach eröffnet, erzählte Litterst. Noch war der Internethandel kein großes Thema, dafür kam der spätere Erfolgsgarant mehr und mehr ins Rollen. „Wir haben uns früh auf E-Bikes spezialisiert. Die steckten zu der Zeit noch in den Kinderschuhen, der Boom begann erst ab 2012.“ Um den Erfolg zu steigern, gründeten die  Unternehmer ihre Eigenmarke „LIQ Bikes“, die sie 2013 nun auch in ihrem ersten Online-Shop anboten. „Wir hatten das Alleinstellungsmerkmal, E-Bikes online zu verkaufen. Das hatte sonst noch keiner gemacht.“ Das Geschäftsmodell sei auch deshalb aufgegangen, weil die Fahrradbranche in ihrer 200-jährigen Geschichte mit den elektronischen Rädern ihren größten Wandel vollziehe, meint der  Unternehmer. 2015 kam die digitale Betreuung hinzu, Kanäle wie Youtube wurden bespielt, relevante Online- Marketingkonzepte erarbeitet – der Internethandel florierte. „2017 waren wir bisher der umsatzstärkste E-Bike-Versender in Deutschland“, berichtete Litterst stolz. Europaweit konnte „LinkRadQuadrat“ in diesem Jahr allein online rund 14 500 EBikes versenden – von insgesamt 18 000 verkauften Fahrrädern. Das Internet hat sich für den Geschäftsführer bislang voll rentiert. Der Vorteil beim Onlineshop gegenüber dem Einzelhandel sei die Einkaufszeit der Kunden. Mit der Google-Analyse sieht er genau, wann er die höchste Klickzahl generieren kann. „In der Mittagspause und vor allem ab 18 Uhr kommen die meisten auf unsere Seite.“ Also dann, wenn die Läden schließen. 90 Prozent der Radhändler seien Kleinbetriebe“ und daher bei ihren Ladenzeiten nicht so flexibel wie das Netz. Im Fahrradgeschäft in Gengenbach werden laut Litterst verstärkt nun auch Events rund ums E-Bike  angeboten. Nach dem Vortrag, der in dieser Form immer beim „E-Com- Camp“ stattfindet, begann die Diskussionsrunde mit Vertretern aus der Wirtschaft. Koordiniert wird die Initiative „ECom Region Ortenau“ von der WRO. Sie ist eine Initiative von Unternehmen der digitalen Wirtschaft in der Ortenau sowie der Hochschule Offenburg. Das Ziel der Initiative ist es, die führende Stellung der Region im Onlinehandel in Deutschland weiter auszubauen.

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