Forschung fasziniert Ministerin

11.01.2018 Mittelbadische Presse

Natürlich ging es ums Geld. Damit Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut weiß, wofür die Hochschule es benötigt, wurde sie zu einigen wichtigen Forschungsprojekten geführt.

Offenburg. Einen Moment liebäugelte Nicole Hoffmeister-Kraut damit, im "Schluckspecht" Platz zu nehmen. Doch rasch nahm die Wirtschaftsministerin beim Besuch der Offenburger Hochschule Abstand: Aus dem engen Cockpit kann sich selbst die zierlichste Studentin kaum herausschälen. Das ist nicht die einzige Herausforderung. "Wir müssen an den Bremsen arbeiten", erklärte Claus Fleig. Der Professor wies darauf hin, dass die Offenburger Studierenden regelmäßig das beste Deutsche Team beim Eco-Marathon in England stellen. Die Ministerin wollte wissen,welche Neuerungen aus dem Projekt bereits in die Industrie Einzug gehalten hätten. Professor Fleig sagte: "Ziel ist der Wissenschaftstransfer. "Dass die Brücken der Hochschule in die Industrie funktionieren müssen, war bereits im Vorgespräch Thema. Rektor Winfried Lieber hatte auf die Bedeutung der Hochschule für die Innovationen bei den Firmen hingewiesen: Die enge Verzahnung mit den Unternehmen in der Region bringe hier Vorteile. Auch für die Hochschule, die sieben Stiftungsprofessoren und rund 16 Millionen Euro in den vergangenen zehn Jahren alleine durch ihre Beziehungen in die Wirtschaft eingeworben hatte. Vom Land wünscht sich Lieber sichere, planbare Zuwendungen: "Wir sind davon abhängig, dass die Länder zu einer vernünftigen Lösung kommen." Der Rektor forderte eine "Flexibilisierung der Deputate". Bei einigen Projekten, die zurückgestellt wurden, gehe die Hochschule ins Risiko: Sie laufen an im Vertrauen darauf, dass später die Finanzierungszusage kommt. Kritik wurde an den Studiengebühren für ausländische Studierende laut - auch von den Landtagsabgeordneten, die die Ministerin begleiteten. Tatsache ist: Seit dem die Studiengebühr auf 1500 Euro angehoben wurde - vergleichbar denen an anderen europäischen Hochschulen -, ging die Zahl der ausländischen Studierenden in Offenburg um zirka 50 Prozent zurück. "Eine große Erwartungshaltung" schüre der Betrag, so Lieber. Früher erhoben die Offenburger eine Servicegebühr von 380 Euro, wodurch man laut Lieber "sehr gute Betreuungsmöglichkeiten" schaffen konnte. Jetzt bekommt die Hochschule lediglich 300 Euro. "Das geht plus/ minus null auf", so der Rektor.
Fachkräfte von morgen

Dennoch gibt es in Offenburg und Gengenbach rund 20 Prozent ausländische Studierende. Ministerin Hoffmeister-Kraut zeigte sich zufrieden mit der Antwort, dass viele von ihnen zumindest zunächst in Deutschland dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden. Dass sich die Hochschule darum bemüht, Schüler für die MINT-Fächer zu begeistern, erfuhr die Ministerin bei Professor Werner Schröder: Der peilt einen autonomen Flug bis zum Nordpol an. Sein Kollege Lothar Schüssele forscht in Sachen Radar: Der soll Fremdkörper in Lebensmitteln entlarven - etwa Kirschkerne in der Marmelade. Weiter ging es zum Internet der Dinge und dem Peter-Osypka-Institut.

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