E-Commerce-Tag

23.02.2018 Acher-Bühler Bote

Offenburg (hrd). Wer als Händler das Einkaufen im Internet strikt als „Teufelszeug“ ablehne, sei nicht auf der Höhe der Zeit, sagte OB Edith Schreiner beim 2. Offenburger E-Commerce-Tag am Donnerstag in der Oberrheinhalle. Ähnlich Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut: „Man kann sich nicht verweigern.“Auch kleine Händler bekämen ihre Chance.Schreiner, die Ministerin und andere appellierten aber auch an alle Verantwortlichen, für attraktive Innenstädte zu sorgen, in denen der klassische, der „physische“ Einzelhandel seine Trümpfe aussielen kann.

Wie soll der Einzelhandel mit dem Trend zum Internet umgehen? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich seit ein paar Jahren die „E-Com Region Ortenau“, ein Bündnis von Unternehmen der digitalen Wirtschaft in der Ortenau.

Dazu zählen unter anderem Burda Direct, F & S (Gesellschaft für Dialogmarketing), Markant, Printus, die Volksbank in der Ortenau, aber auch der regionale Wirtschaftsförderer WRO und die Hochschule Offenburg. Bereits seit sechs Jahren existiert dort ein von Printus-Chef Hans R. Schmid und dessen Ehefrau Mary Victoria gestifteter Lehrstuhl für das Fach „Direct Marketing und E-Commerce“, damit Studierende der Betriebswirtschaft ihr Wissen in diesem Geschäftsfeld vertiefen können.

Printus, sagte Prokurist Siegfried Sorg, habe früh angefangen, den Paradigmenwechsel zu vollziehen: Zwar zähle der gute alte Katalog beim großen Offenburger Versandhaus noch immer viel, „doch der Online-Anteil liegt bei uns inzwischen bei 60 bis 70 Prozent“. Auch bei seiner Volksbank in der Ortenau, so Vorstandssprecher Markus Dauber, spiele das Online-Geschäfts längst eine enorme Rolle: „Wir bemühen uns auch stark, die Kunden mitzunehmen.“

„Auch die IHK Südlicher Oberrhein ist in Sachen E-Commerce seit Langem sehr aktiv“, sagte Vizepräsidentin Brigitta Schrempp, die in Lahr ein IT-Unternehmen führt. Die IHK biete Sprechtage, kläre über Cyber-Risiken auf, lade Gewerbevereine zu einem Zukunftsforum auf den 7. März nach Emmendingen ein („Stadt und Handel gemeinsam auf dem Weg zur Smart-City“), bilde E-Commerce- wie auch Social-Media- Manager aus. Hans- Gerd Penzel von der Uni Regensburg, der kenntnisreich moderierte, bescheinigte der Ortenau eine starke E-Commerce-Affinität: „Hier in Offenburg sind wir gerne, hier geht die Post ab.“ Ähnlich die Ministerin: „Ihre Region befindet sich auf einem guten Weg.“

OB Edith Schreiner betonte: „Wir können nicht sagen, das ist Teufelszeug.“ Man möge sehr wohl die Chancen des digitalen Handels anerkennen, man müsse sich aber als Kommunalpolitik auch immer wieder hinterfragen: „Wie können wir unsere Innenstadt attraktiv halten?“ Zu einer funktionierenden City zählten unbedingt Geschäfte, in denen man Kontakte pflegen und die Ware noch richtig in die Hand nehmen und anprobieren kann. Auf einem guten Weg seien jene Einzelhändler, die neben dem klassischen Ladengeschäft sich auch ein Online- Standbein zulegen.

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