»Es wird von Jahr zu Jahr mehr«

24.02.2018 Mittelbadische Presse

Auf das Allzeithoch des Jahres 2017 folgt 2018: erneut ein Allzeithoch! »Es wird von Jahr zu Jahr mehr«, stellt Baubürgermeister Oliver Martini (43, CDU) fest. Im OT gibt er einen Überblick über die Großprojekte 2018 – von der Messehalle über das Freizeitbad bis zum »Rée- Carré«. Und dann soll auch noch Offenburgs »grüner Ring« ansprechender werden.

Das Technische Rathaus fährt seit Jahren auf Volllast – und das wird auch 2018 nicht anders. Die Hochkonjunktur hält die 120 Mitarbeiter von Baubürgermeister Oliver Martini weiter auf Trab. »In jedem Artikel kommt das Wort ›Rekordhaushalt‹ vor«, hat Martini bei der täglichen Zeitungslektüre festgestellt. Für das traditionell finanzstarke Offenburg gilt das umso mehr: Folglich jagt auch im Oberzentrum ein Rekordjahr das andere. »Der Level ist noch einmal gestiegen«, so Martini.

Auf dem »Seidenfaden« seien die Häuser im rekordverdächtigen Tempo in die Höhe geschossen. »So schnell war bisher noch kein Gebiet. Rund 70 Prozent der Häuser sind bereits fertig. Es läuft so gut, dass Mitte des Jahres schon der Endausbau der Straßen erfolgen kann«, berichtet Martini. Das ist aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange: Auf dem Mühlbachareal, der Kronenwiese oder dem Kronen quartier drängen weitere Großprojekte nach. Allein hier entstehen Hunderte von Wohnungen. Dazu sind in Zunsweier, Bohlsbach, Waltersweier und Bühl mehrere Baugebiete in der Pipeline, und auf dem Burda-Sport-Club-Gelände sollen ebenfalls 240 Wohnungen hochgezogen werden. »Es kommt viel Schwung auf den Wohnungsmarkt!«, ist Martini sicher.

Weil mit den vielen neuen Bewohnern auch ein steigender Nutzungsdruck auf die Freiräume einhergeht, will Martini auch einen Schwerpunkt auf den Bereich »Grün« legen. Im Mai im Umweltausschuss soll ein »Strategiepapier Stadtgrün« vorgestellt werden. Unter anderem ist laut Martini geplant, ein Gesamtkonzept für den grünen Ring um die Stadtmauer zu erstellen. »Ein Millionenprojekt – der Umsetzungszeitraum beträgt zehn Jahre.«

Bei all dem Tempo, das derzeit von seiner Mannschaft gefordert wird, ist Martini wichtig, keine Schnellschüsse zu fabrizieren, sondern Langlebiges zu schaffen: »Wir brauchen saubere und nachhaltige Lösungen. «

Die Abbrucharbeiten auf dem alten Stadthallenund Sparkassenareal sind weit gediehen. Martini rechnet damit, dass die Hochbauarbeiten für das 65 Millionen Euro teure Einkaufsquartier »Rée-Carré« im April beginnen: »Auf jeden Fall sollten wir 2018 schon richtig was sehen.« Für die alte Stadthalle habe man mit dem Lamellendach eine sehr gute Lösung gefunden, betont Martini.

Einkaufsquartier »Rée-Carré« »2018 sollten wir schon richtig was sehen«

Das Baugenehmigungsverfahren laufe parallel zu den Arbeiten. Es werde mit Teilgenehmigungen gearbeitet, erläutert der Baubürgermeister. Die Eröffnung sei nach wie vor für Oktober 2019 geplant. »Das ist sehr sportlich, aber wir haben keine Signale, dass es nicht reicht«, so Martini. Die Resonanz für die 20 Wohnungen im »Rée-Carré« sei sehr positiv, berichtet Martini, das Mischkonzept sei folglich richtig gewesen: »Wohnen in der Innenstadt ist wieder sehr attraktiv.«

»Strategiepapier Stadtgrün« Offenburgs grüner Ring soll schöner werden

Einen großen Schwerpunkt will Martini auf den Bereich Grün- und Freiräume legen, um die Lebens- und die Wohnumfeldqualität in Offenburg zu steigern. Aufgrund der steigenden Einwohnerzahlen und der vielen neuen Wohnungen sieht er hier einen wachsenden Bedarf. Im Umweltausschuss im Mai soll ein »Strategiepapier Stadtgrün « präsentiert werden.

Dazu gehört auch ein Gesamtkonzept für den grünen Ring um die Stadtmauer. Hierzu soll 2019 ein Wettbewerb gestartet werden, der bereits dieses Jahr im Technischen Rathaus vorbereitet wird. Die Umsetzung (bessere Übergänge, Neugestaltung der Gustav- Rée-Anlage am Bahngraben, Illumination der Stadtmauer) soll in Bausteinen erfolgen und sich über einen Zeitraum von zehn Jahren erstrecken.

Freizeitbad Fertigstellung der Außenanlagen

Am 21. Juli wurde das 38,7 Millionen Euro teure neue Freizeitbad offiziell eingeweiht. In diesem Sommer soll es sich im vollen Glanz präsentieren: Derzeit werden die Außenanlagen mit Grünflächen, Kindermatschplatz, Spielfeldern sowie Kinderplanschbecken fertiggestellt. Aufgrund der Witterung – erst Regen, jetzt Kälte – gestalteten sich die Arbeiten nicht einfach, berichtet Oliver Martini.

Allerdings behalte man das Ziel, vor den Sommerferien komplett fertig zu sein, weiter im Auge. »Wir können sehr, sehr zufrieden sein«, sagt Martini, »es ist so geworden, wie wir es uns vorgestellt haben.« Obwohl das Bad noch nicht ganz fertig sei, sei der Zuspruch riesengroß.

Sanierungsgebiet Bahnhof/Schlachthof Verkehrswirrwarr entflechten

Im Ende 2020 auslaufenden Sanierungsgebiet »Mühlbach « brummt es noch, da bereitet die Stadt bereits das nächste Sanierungsgebiet vor: Derzeit wird der Antrag für das Gebiet »Bahnhof – Schlachthof « erarbeitet. Sollte die Stadt den Zuschlag dafür erhalten, würde sich in diesem Bereich im Zeitraum von 2019 bis 2027 mit Fördergeldern einiges bewegen.

Zuerst will Martini das Gebiet rund um den Schlachthof anpacken, weil das dortige Areal der Stadt bereits gehört. »Das wird eine tolle Aufgabe«, schwärmt der Bürgermeister. Neben der geplanten Umnutzung des denkmalgeschützten Schlachthofs zum kreativwirtschaftlichen Zentrum plant er auch, den im Zwingerpark bereits veredelten Grünzug am Mühlbach fortzuentwickeln. Auch der provisorische Parkplatz bei der früheren Gaskugel könnte eingebunden werden.

In der zweiten Hälfte des Förderungszeitraums gehe es darum, das Verkehrswirrwarr am Bahnhof zu entflechten. Hierzu sei eine großräumige Betrachtung notwendig, bei der auch die Nordquerung von der Verlängerung der Englerstraße auf den Rammersweierer Kreisel eine Rolle spiele. Gespräche mit der Bahn laufen laut Martini schon und sollen »verstetigt« werden.

Und das läuft auch noch...

Messehalle:

Für den geplanten Bau einer neuen Messehalle zwischen Baden-Arena und Halle eins läuft derzeit laut Martini das Wettbewerbsverfahren. Das Ergebnis soll Ende des ersten Quartals vorgestellt werden. Noch in diesem Jahr soll dann die Planung anlaufen, 2019 Baubeginn, 2020 Fertigstellung sein.

Pendlerverkehr:

»Wir sehen, dass wir innnerhalb unserer Gemarkung an eine Grenze stoßen«, sagt Martini. Die Stadt feilt deshalb daran, wie der regionale Pendlerverkehr besser aufgestellt werden kann. Dazu ist eine Bestandserhebung geplant. Auch innovative Konzepte wie die zweite Ausbaustufe der Mobilitätsstationen und E-Mobilität sollen in die Überlegungen miteinfließen.

Gifiz-Strandbad:

Bleibt das Strandbad erhalten, oder wird es zum Naturbad? Martini macht keinen Hehl daraus, dass er ein Naturbad favorisiert: »Aber ich nehme damit keine Entscheidung vorweg.« Im Frühjahr soll der Projektplan für den Gifizsee vorgestellt werden und es auch eine Bürgerbeteiligung zum Thema Strandbad geben. Insgesamt findet Martini, dass sich am Gifiz einiges getan hat: »Das Thema Wasserqualität ist keines mehr.«

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