Ziel: Die Qualifikation verbessern

16.03.2018 Schwarzwälder Bote

2,2 Millionen Euro werden aktuell im Projekt »Inclu- Move« der Hochschule Offenburg eingesetzt. Dahinter stecken interaktive Lernformen und Hilfen für den Arbeitsalltag von Menschen mit Leistungsminderung.

Offenburg (red/pme). Das Ziel des auf zwei Jahre angelegten Vorhabens ist es, diesen Menschen einen leichteren Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen, teilt die Hochschule jetzt mit. In einer speziell gestalteten Lern- und Arbeitsumgebung im sogenannten Affective-Lab in Offenburg sollen der Neuerwerb und die Optimierung von Bewegungen im Arbeitsalltag, etwa bei der Montage oder der industriellen Fertigung, gezielt unterstützt werden.

Das System basiere auf dem sogenannten Bewegungslernen: »Durch einen unbewussten, passiven Lernvorgang werden Bewegungen, wenn diese immer und immer wieder ausgeführt werden, im Laufe der Zeit verinnerlicht.«

Hintergrund von Inclu-Move ist die Tatsache, dass in Deutschland mehr als 300 000 Menschen mit Behinderung in geschützten Arbeitsverhältnissen wie Behindertenwerkstätten arbeiten. Im Bereich der Aus- und Weiterbildung könnte ein System wie Inclu- Move, so die Hoffnung der Offenburger Forscher, »den Zugang Behinderter zum allgemeinen Arbeitsmarkt verbessern «.

Dies wäre nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, schreibt die Hochschule. Denn es gewähre den Betroffenen die Teilhabe und vermittle ein Gefühl der gesellschaftlichen Zugehörigkeit: »Sie wären in der Lage ihr eigenes Geld zu verdienen und würden vollständig in die Gesellschaft integriert werden«, wie es in der Projektbeschreibung heißt.

Entwickelt werden soll ein interaktives und spielerisches System, das durch Projektionen und Bewegungshilfen eine Hilfe im Arbeitsalltag darstellt »und es Menschen mit Leistungsminderung erlaubt, komplexere Tätigkeiten zu erlernen«, erläutert Affective- Lab-Leiter Oliver Korn von der Hochschule Offenburg. So könne am Arbeitsplatz der Teilnehmenden etwa ein projiziertes Video den Ablauf eines Montagevorgangs im Detail zeigen. Mithilfe von Lichtprojektionen sei es beispielsweise möglich, die exakte Stelle eines Werkstücks hervorzuheben, an die ein anderes Teil zu montieren ist. Ebenso sei eine akkustische Unterstützung denkbar. Um Montagevorgänge zu erlernen werde ein Gerät entwickelt, das die Hand eines Nutzers leiten soll. »Fünf Grundfertigkeiten sollen geübt werden: Montieren und Fügen, Greifen und Platzieren, Messen und Inspizieren sowie Einstellen und Hilfsfunktionen.«

Die von Korn geleitete Arbeitsgruppe befasst sich speziell damit, wie spielerische Elemente in diese interaktiven Lern- und Arbeitsumgebungen eingebaut werden können. »Mindestens ebenso wichtig wie ein optimaler, auf die spezifischen Fähigkeiten der Menschen abgestimmter Arbeitsplatz ist ja die Freude an der Arbeit.«

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