»Abwarten ist keine gute Option«

16.03.2018 Mittelbadische Presse

Die Volksbank in der Ortenau begegnet dem erhöhten Spardruck in der Branche mit Wachstum. Aber auch die Fusion des Jahres 2016 trägt nun Früchte.

Die Volksbank in der Ortenau stemmt sich mit zweistelligen Wachstumsraten im Kerngeschäft gegen das allgemein negative Zinsumfeld. Während die meisten Regionalbanken auch 2017 einen weiterhin sinkenden Zinsertrag hinnehmen mussten, schaffte das genossenschaftliche Institut hier einen Zuwachs von knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 49,6 Millionen Euro, wie die Volksbank gestern mitteilte. Noch besser lief es beim Provisionsergebnis, das um 12,5 Prozent auf mehr als 26 Millionen Euro zulegte.

Wachstum konnte die Bank laut eigenen Aussagen in allen Bereichen erzielen. Das Kreditgeschäft mit den Firmenkunden legte um 8,7 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro zu, die Baufinanzierungen erreichten sogar ein Plus von mehr als 14 Prozent auf über eine Milliarde Euro. Und die vor zehn Jahren als eigene Marke geschaffene First Cash Solution – sie wickelt Kartentransaktionen mit Händlern und Dienstleistern ab – konnte seit 2011 das Volumen der Transaktionen um 70 Prozent steigern. »Wir sind guten Mutes, dass wir weiteres Wachstum im Jahr 2018 realisieren werden«, sagte Vorstandschef Markus Dauber.

Auch die Fusion der beiden Volksbanken in Offenburg und Achern im Jahr 2016 zur Volksbank in der Ortenau trägt nun Früchte. Sowohl die Sach- als auch die Personalkosten konnten um 11,7 beziehungsweise 4,4 Prozent gesenkt werden. »Nachdem die Geschäftsjahre 2016 und 2017 durch die Fusion geprägt waren, stellen wir erfreut fest, dass die gewünschten Synergien schon früher greifen als erwartet. Die Kosten haben wir im Griff«, sagte Vorstand Andreas Herz.

Dabei hatte die Bank im vergangenen Jahr deutlich in die Digitalisierung investiert. Mittels Chat und Videoübertragung können Volksbank-Kunden mit einem Kundenberater von zu Hause aus in Kontakt treten. Das Institut setzt dabei auch auf eine Verhaltensänderung bei den Kunden, denn die Scheu vor technischen Neuerungen nehme kontinuierlich ab. Neue Kommunikationswege würden über kurz oder lang zur Normalität. Vorstand Clemens Fritz: »Abwarten ist hier also keine gute Option.«

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