Burda-Druckerei als neues Grün?

24.03.2018 Mittelbadische Presse

Die Faszination Wasser will die Stadt in den Mittelpunkt ihrer Bewerbung für die Landesgartenschau 2034 stellen. Kinzig und Mühlbach sollen von der Freiburger Straße bis zum Großen Deich erlebbar als »Offenburgs blaue Spange « gemacht werden, erläuterte Bürgermeister Oliver Martini bei einem spärlich besuchten Infoabend. Als perspektivischen Grünraum brachte CDU-Stadtrat Klaus Binkert die alte Burda- Druckerei ins Spiel.

Cafés und Wandern am Kinzig ufer, Kanufahren auf dem Mühlbach, prächtige Bäume bestaunen am Großen Deich, die trennende Kinzig durch Brücken überwinden: Bei einem Infoabend im Stadtteil- und Familienzentrum Innenstadt gab Baubürgermeister Oliver Martini am Donnerstagabend erste Einblicke in die städtischen Pläne für die Bewerbung für die Landesgartenschau. Im Visier hat die Stadt dabei den Zeitraum zwischen 2031 und 2035. Wunschtermin ist 2034. Derzeit bereite die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekturbüro Helleckes aus Karlsruhe eine Machbarkeitsstudie vor, informierte Martini. Im ersten Halbjahr 2019 entscheide der Ministerrat des Landes über den Zuschlag.

Die Gründe für eine Bewerbung – es ist nach den gescheiterten Anläufen 2001 und 2009 die dritte – liegen laut Martini auf der Hand: »Durch das dynamische Wachstum verspüren wir einen unheimlichen Druck auf die bestehenden Grünflächen.« Die Stadt wolle deshalb einen starken Fokus auf die Pflege der vorhandenen und vor allem die Gewinnung von neuen Grünräumen legen.

Damit ist schon ein wichtiges Kriterium für die Bewerbung erfüllt: Ziel einer Landesgartenschau sei es, dauerhaft neue Grünflächen zu schaffen oder zu reaktivieren. Zum Stichwort »Reaktivieren« meldete sich später CDU-Stadtrat Klaus Binkert zu Wort: Er brachte das Burda-Areal an der Hauptstraße ins Spiel, wo die Tage der alten Druckerei vielleicht irgendwann einmal gezählt seien. Wenn Hubert Burda dieses zentrale Gelände als Grünfläche spendiere, wäre dies fantastisch, so Binkert.

So ganz aus der Welt ist dieser Vorschlag nicht: Schon bei der Feier von Burdas 78. Geburtstag Anfang Februar hatte OB Edith Schreiner das Thema Landesgartenschau angerissen und augenzwinkernd zum Ehrenbürger gesagt: »Wir haben da auch ein bisschen Gelände Ihres Konzerns im Auge. «

Neues Grün am Stadtentree wäre sicher ein Coup, doch damit ist es nicht getan: Als Gelände für eine Landesgartenschau benötige man eine zusammenhängende Fläche von zehn bis 15 Hektar. »Das ist schon ein Wort!«, betonte Martini. Ausfindig gemacht hat die Stadt dieses Gebiet im Bereich der Kinzig und des Mühlbachs zwischen Freiburger Straße und Großem Deich. Wasser übe eine unglaubliche Faszination aus: »Die Menschen suchen das Wasser«, so Martini.

Die Kinzig verursache der Stadt als trennende Linie »Schmerzen«, führte die städtische Grünplanerin Juta Herrmann- Burkart aus. Durch »Vernähen« der Linien könnte das derzeit noch tote Gebiet aktiviert werden. Dies könne durch Zusammenführen von Flächen, auch mithilfe von neuen Brücken, geschehen. Möglich wäre auch ein Aufweiten des Kinzigufers mit Natursteinen, sodass die Menschen durchgehen und die wilde Natur auf Pfaden erleben können.

Einst habe die Kinzig die Stadt überschwemmt. Jetzt könnten sich Stadt und Kinzig durch die Landesgartenschau wieder versöhnen – »ein schöner Gedanke«, befand Martini.

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