Doppelgewinner bei den »Shorts«

16.04.2018 Mittelbadische Presse

Acht Gewinner in sieben Kategorien wurden beim trinationalen Filmwettbewerb »Shorts« gekürt. Nachwuchsfilmpreisträger Simon Schneckenburger gewann gleich in zwei Kategorien. Und der erstmals verliehene Offenburger Freiheitspreis ging sogar an zwei Preisträger.

VON VOLKER GEGG Offenburg. Orangefarbener Teppich, Sektausschank und Empfangskomitee verliehen dem Kurzfilmfestival »Shorts« der Hochschule Offenburg Glamour: Am frühen Freitagabend begann in den Sälen 1 und 2 des Forum-Kinos die Gewinnergala. Seit Mittwoch vergangener Woche wurden bei den Shorts insgesamt 1600 Kinobesuchern 51 Beträge von jungen Filmemachern aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich präsentiert. Von einem weit über die Region hinaus anerkannten Kurzfilmwettbewerb sprach Rektor Winfried Lieber in seiner Begrüßung, das Meinungsbildung statt Meinungsmache fördere. »Die Filme sollen zum Diskurs und Nachdenken animieren «, erläuterte Festivalleiter Professor Heiner Behring.

Den rund 600 Besuchern der Gewinner-Gala wurden simultan in den zwei Kinosälen die Siegerbeiträge gezeigt.

Der Preis für die »Beste Produktion der Hochschule Offenburg « ging an den ehemaligen Studenten und Filmemacher aus Freiburg, Simon Schneckenburger. Sein 45-minütiger Streifen »Am Tag die Sterne« war beeindruckend, bedrückend und nachdenklich. Schneckenburger zeigt die Geschichte von David, der nach Jahren seine Heimatgemeinde besucht, in der sein Bruder vor vier Jahren als Amokläufer in der Schule eine furchtbare Tat begangen hat. David stößt im Schwarzwalddorf auf Hass, nur eine frühere Schulkameradin nimmt Kontakt zu ihm auf: Gemeinsam versuchen sie, das Geschehene aufzuarbeiten.

Ein Filmbeitrag mit Tiefgang – genauso wie Schneckenburgers zweiter Beitrag »Wintersonnenwende«, der zusammen mit der Dokumentation »Exit« der Berliner Filmstudentin Katharina Woll den von der Stadt Offenburg neu gestifteten »Freiheitspreis« mit nach Hause nehmen konnte. »Ich freue mich riesig mit meinem Team über die Auszeichnung, vor allem weil ›Wintersonnenwende‹ zum ersten Mal auf der großen Leinwand gezeigt wird«, freute sich Schneckenburger.

Während sich die Dokumentation der Berlinerin mit dem Ausstieg zweier ultraorthodoxen Israelitinnen aus ihren religiösen Zwängen auseinandersetzte, beschäftigte sich der 30-mintütige Film des Freiburgers mit zwei Personen und ihrer Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit.

Die Kinobesucher hatten bereits vier Stunden auf ihren Kinosesseln verbracht, als mit dem 30-minütigen Film »Gabi« des Babelsberger Filmschaffenden Michael Fetter Nathansky, die siebte Auszeichnung für den besten Langfilm des Festivals vergeben wurde.

Trotz Votum des Publikums erhielt der Beitrag des Offenburger Filmemachers Christian Sachs mit »Vom Sitzen werd’ ich müde« keine Auszeichnung. »Schade, wir hätten uns richtig gefreut, weil mein Sohn am Mittwoch den Publikumspreis mit nach Hause nehmen durfte «, sagte Mutter Evi Sachs.

In sieben Kategorien hatten die Jurymitglieder Notker Mahr (Kameramann), Jamila Wenske (Filmproduzentin), Manuel Gübeli (Regisseur) und Xao Seffcheque (Drehbuchautor) die Beiträge bewertet. Für jeden Gewinner gab es 1000 Euro Preisgeld.

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